Fachtagung zu FGM in Hannover

Die Ankün­di­gung zu unse­rer Fach­ta­gung gegen FGM ist bereits seit eini­ger Zeit öffent­lich. Nun gibt es auch das ent­spre­chen­de Pro­gramm. Sie kön­nen es hier als PDF her­un­ter­la­den.

Die Fach­ta­gung

Weib­li­che Geni­tal­ver­stüm­me­lung (Eng­lisch: FGM = Fema­le Geni­tal Muti­la­ti­on) bezeich­net die gra­vie­ren­de Menschenrechts­verletzung, bei der Mäd­chen und Frau­en teil­wei­se oder voll­stän­dig die äuße­ren Geni­ta­li­en ohne medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on ent­fernt oder ver­letzt wer­den. Der Weltgesundheitsorgani­sation zufol­ge sind es über 200 Mil­lio­nen Frau­en welt­weit, die einer Geni­tal­ver­stüm­me­lung unter­zo­gen wur­den. Auch wenn die meis­ten bekann­ten prak­ti­zie­ren­den Län­der in Afri­ka lie­gen, han­delt es sich um ein welt­wei­tes Phä­no­men, dass auch im Nahen Osten, Süd­ost­asi­en, Nord‑, Zen­tral- und Süd­ame­ri­ka anzu­tref­fen ist.

Die Pro­ble­ma­tik bleibt nicht län­ger auf die­se Regio­nen begrenzt; durch Migra­ti­on hat sie auch in Euro­pa Ein­zug gefun­den. Vie­le Ein­wan­de­rer­fa­mi­li­en hal­ten fern­ab von ihrer Hei­mat an die­ser Prak­tik fest. Schät­zun­gen des Euro­päi­schen Par­la­men­tes zufol­ge leben in der Euro­päi­schen Uni­on min­des­tens 500.000 Frau­en, die beschnit­ten wur­den und etwa 180.000 Mäd­chen, die jähr­lich gefähr­det sind. Auch in Deutsch­land ist das The­ma aktu­ell. Die neu­es­te Migra­ti­ons­ent­wick­lung zeich­net sich in letz­ter Zeit durch eine ver­stärk­te Auf­nah­me von Frau­en aus Län­dern mit einer hohen Prä­va­lenz an Geni­tal­ver­stüm­me­lung aus.

Die Zahl der Opfer und Gefähr­de­ten in Deutsch­land wird auf 70.218 bzw. 17.691 bezif­fert. In Nie­der­sach­sen leben Schät­zun­gen zufol­ge 4.769 betrof­fe­ne Frau­en und 1.501 gefähr­de­te Mäd­chen (Quel­le: Terre des Femmes, Stand: Okto­ber 2019).

Die oben auf­ge­führ­ten Sta­tis­ti­ken ver­deut­li­chen einen drin­gen­den Hand­lungs­be­darf. Aus die­ser Dring­lich­keit her­aus ist der Kampf gegen weib­li­che Geni­tal­ver­stüm­me­lung immer mehr zu einem zen­tra­len The­ma in der Arbeit baob­abs gewor­den

Mit dem heu­ti­gen Fach­tag (zum inter­na­tio­na­len Tag »Null Tole­ranz gegen­über weib­li­cher Geni­tal­ver­stüm­me­lung«, der seit 2003 aus­ge­ru­fen wird) wol­len wir uns der Fra­ge­stel­lung von FGM im Migra­ti­ons­kon­text wid­men. Sen­si­bi­li­sie­rung über die­se inzwi­schen hei­misch gewor­de­nen Pro­ble­ma­tik, Auf­klä­rung durch und mit den Com­mu­nities und der unab­ding­ba­ren Stärkung/​Empower­ment der Frau­en zur För­de­rung ihrer eigen­stän­di­gen und selbst­be­stimm­ten Leben sind mit den asyl­recht­li­chen Fra­gen die rele­van­ten Aspek­te im gemein­sa­men Kampf zur Über­win­dung der weib­li­chen Geni­tal­ver­stüm­me­lung, die behan­delt wer­den.

Das Pro­gramm

10.00 h Ein­lass und Regis­trie­rung

10.45 h Eröff­nung – Régi­ne Aniam­boss­ou (Vor­stand bao­bab – zusam­men­sein e. V.)

10.50 h Gruß­wort – Kon­stan­ze Becke­dorf (Sozi­al- und Sport­de­zer­nen­tin LHH)

11.05 h Nied­rig­schwel­li­ge Prä­ven­ti­on und Sen­si­bi­li­sie­rung am Bei­spiel des Pro­jek­tes Mou­hara­ba – Nadi­ne Ngant­cha; Edell Oti­eno (bao­bab – zusam­men­sein e. V.)

11.45 h VNB und das Netz­werk­pro­jekt AMBA – Anke Egblo­mas­sé (VNB e. V.)

12.15 h Ärzt­li­che Ver­sor­gung von Betrof­fe­nen im Sudan – Dr. med. Hani Hamid (Arbeits­kreis Suda­ne­si­scher Ärz­te und Ärz­tin­nen)

12.45 h Mit­tags­pau­se –

13.15 h Das Ange­bot des FMGZ – Edith Ahmann (Geschäfts­füh­re­rin des Frau­en- und Mäd­chen­Ge­sund­heits­Zen­trum Regi­on Han­no­ver e. V.)

13.30 h Betrof­fe­ne Frau­en berich­ten – Waze­na Adam; Hali­ma Ahmad; Sahro Muxiidin

14.00 h Asyl­recht­li­che Aspek­te – Clai­re Deery (Kanz­lei Wald­mann-Sto­cker & Coll., Göt­tin­gen)

14.45 h Aus­klang

Mode­ra­ti­on: Régi­ne Aniam­boss­ou; Kass Kasa­di

Koope­ra­ti­ons­part­ner

Arbeits­kreis Suda­ne­si­scher Ärz­te und Ärz­tin­nen
Mäd­chen­Ge­sund­heits­Zen­trum Regi­on Han­no­ver e. V.
NANA – Afri­ka­ni­sches Frau­en­netz­werk in Nie­der­sach­sen e. V.
Ver­ein Nie­der­säch­si­scher Bil­dungs­in­itia­ti­ven (VNB) e. V.

Mit Unter­stüt­zung von

Gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung zur Selbst­hil­fe­för­de­rung
AOK Die Gesund­heits­kas­se – Nie­der­sach­sen
Frau­en- und Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te der LHH

Anmel­dung

Mel­den Sie sich bit­te bis zum 31. Janu­ar 2020 an.
bao­bab – zusam­men­sein e. V.
Régi­ne Aniambossou/​Andreas Paul
05 11 – 71 30 81 56
aniam­boss­ou [at] bao­bab-zs [dot] de oder paul [at] bao­bab-zs [dot] de

Für unse­re Pla­nung bit­ten wir um Anmel­dung.