Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – Was bedeutet das für meine Arbeit?

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – Was bedeutet das für meine Arbeit?

Mari­an Kün­zel von der Hil­des­hei­mer AIDS-Hil­fe e.V. war am 14. Juni 2019 in der bao­bab-Geschäfts­stel­le in Han­no­ver, um im Rah­men einer Fort­bil­dung über sexu­el­le Viel­falt zu berich­ten.

1. Begrüßung/​Einführung:
  • bao­bab möch­te das The­ma Gen­der in die afri­ka­ni­schen Com­mu­nities in Nie­der­sach­sen brin­gen.
  • In den meis­ten afri­ka­ni­schen Län­der ist Homo­se­xua­li­tät eine Straf­tat.
  • Am 11. Juni 2019 ent­kri­mi­na­li­siert Bots­wa­na die Homo­se­xua­li­tät.
  • In Deutsch­land wur­de der Para­graph § 175 StGB geän­dert. Bis 1969 stand männ­li­che Homo­se­xua­li­tät in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gene­rell unter Stra­fe.
  • 1994: Ände­rung des Para­graphs, Homo­se­xua­li­tät nicht mehr straf­bar.
  • Die Homo­se­xua­li­tät betrifft ca. 3 % – 4 % der Bevöl­ke­rung.
  • Die sexu­el­le Aus­rich­tung ist ange­bo­ren und laut eini­gen Theo­ri­en von der Gene­tik beein­flusst.
  • Die Erwar­tun­gen aller Teil­neh­mern an der Fort­bil­dung sind, Werk­zeu­ge zu bekom­men, um eine com­mu­ni­ty­ge­rech­te Sen­si­bi­li­sie­rung zu „sexu­el­ler Viel­falt“ vor­an­zu­brin­gen.
2. Begrif­fe LGBTIQ

Zum Ober­be­griff sexu­el­le Ori­en­tie­rung gehö­ren die Begrif­fe ase­xu­ell, bise­xu­ell, hete­ro­se­xu­ell, homo­se­xu­ell, schwul/​lesbisch.

  • Ober­be­griff geschlecht­li­che Iden­ti­tät: cis, trans*, inter*, divers
  • Cis­gen­der ist das Gegen­teil von Trans­gen­der, bezeich­net also Men­schen, deren Geschlechts­iden­ti­tät mit ihrem kör­per­li­chen Geschlecht über­ein­stimmt.
  • Divers: in Deutsch­land gibt es eine drit­te Geschlechts­op­ti­on. Eine Ein­tra­gung im Gebur­ten­re­gis­ter als männ­lich, weib­lich oder divers ist mög­lich.
  • Homo­pho­bie ist die Ableh­nung von Homo­se­xu­el­len. Genau gesagt soll man lie­ber von Homo­ne­ga­ti­vi­tät reden.
  • queer: abseits der Norm. Die Queer-Theo­rie unter­sucht den Zusam­men­hang von bio­lo­gi­schem und sozia­lem Geschlecht.
  • Chris­to­pher Street Day (CSD) ist eine Para­de zu Ehren der Schwu­len, Les­ben, Ase­xu­el­len, Trans­gen­dern, und Bise­xu­el­len, die ihren Ursprung in den USA fin­det.
  • Com­ing-out: absicht­li­ches, bewuss­tes Öffent­lich­ma­chen der eige­nen Homo­se­xua­li­tät.
  • Regen­bo­gen­flag­ge: Sym­bol der LGBTIQ.
  • Regen­bo­gen­fa­mi­li­en sind Fami­li­en, bei denen Kin­der bei zwei gleich­ge­schlecht­li­chen Part­nern als eine Fami­lie leben.
  • Ehe für alle: Ehe­schlie­ßun­gen sind seit dem 01.10.2017 für Schwu­le und Les­ben in Deutsch­land mög­lich. Die Ehe für alle ermög­licht es homo­se­xu­el­len Paa­ren gemein­sam Kin­der zu adop­tie­re.
3. trans*

Ein Trans­gen­der ist jemand, der im fal­schen Kör­per gebo­ren ist.

  • Ihr Com­in­gout kommt etwa spä­ter.
  • Statt von Geschlechts­um­wand­lung soll man lie­ber von Geschlechts­an­pas­sung reden.
  • Es gibt in Deutsch­land ein Tran­se­xu­el­len-Gesetz.
  • Die Geschlechts­an­pas­sung ist ein lan­ger Pro­zess, der 2–3 Jah­re dau­ern kann. Für eine Per­so­nen­stand­än­de­rung muss man vor Gericht gehen. 2 Gut­ach­ter sol­len eine Zustim­mung für eine Geschlechts­an­pas­sung geben. 12 Mona­te vor der OP wird das Ver­hal­ten im All­tag beob­ach­tet und pro­to­kol­liert. Die Kos­ten für das Gut­ach­ten betra­gen ca. 1200,00 €.
  • Nach der Geschlechts­an­pas­sung hat man das Recht auf einen neu­en Vor­na­men.
  • Für die medi­zi­ni­sche Ope­ra­ti­on muss eine psy­cho­lo­gi­sche Beglei­tung geben.
  • Die medi­zi­ni­sche Geschlechts­an­pas­sung von Mann zu Frau führt zu bes­se­ren Ergeb­nis­se als von Frau zu Mann, weil es schwer ist, einen Penis auf­zu­bau­en.
  • Trans­gen­der sind zeu­gungs­un­fä­hig.
  • Mann zu Frau = Trans­frau und Frau zu Mann= Trans­mann.
4. inter*
  • Die Inter­se­xu­el­len wer­den auch als Zwit­ter genannt.
  • Die Inter­se­xua­li­tät ist ange­bo­ren.
  • Sie liegt viel­leicht an die Hor­mo­nen oder an den Genen.
  • Wird auch als „Dis­or­der of sexu­al Deve­lop­ment“ (DSD) bezeich­net.
  • Man kann schon beim Baby eine OP durch­zu­füh­ren.
  • Für die Kin­der gibt es bereits eine hor­mo­nel­le Behand­lung.
  • Die OP führt zu Schä­den, Unfrucht­bar­keit und psy­chi­schen Pro­ble­men.
  • Fra­ge der Ethik: lie­ber die Kin­der so akzep­tie­ren, wie sie gebo­ren sind.
  • In den Medi­en wur­de viel über die Inter­sport­ler dis­ku­tiert. Das Geschlecht wird über ein Blut­test fest­ge­stellt.
5. Bera­tungs-/ Selbst­hil­fe­an­ge­bo­te / Bro­schü­ren

Zu Fra­gen zu LGBTIQ exis­tie­ren vie­le Bera­tungs- und Selbst­hil­fe­an­ge­bo­te in Nie­der­sach­sen.

  • Alle AIDS-Hil­fen
  • Queer-Zen­tren
  • nvbf.de: Com­in­gout Grup­pe
  • Anders­raum für die Trans­be­ra­tung
  • QNN Queer­netz­werk in Nie­der­sach­sen q-nn.de
  • nds.im-ev.de für inter­se­xu­el­le Men­schen.
  • Stamm­tisch Queer­beet
  • Aka­de­mie Wald­schlöss­chen
  • sexu­el­le Viel­falt und Com­in­gout
  • Schlau Han­no­ver e.V.
  • Julia­ne Stee­ger ist die beauf­trag­te für sexu­el­le Viel­falt in der Stadt Han­no­ver.
6. Abschluss/​ Ende
  • LGBTIQ sind Asyl­grün­de. Man muss es von Anfang an als Asyl­grund ange­ben.

Am Ende der Fort­bil­dung haben die Teil­neh­mer ein posi­ti­ves Feed­back vom Erler­nen geben. Sie haben viel dazu gelernt und haben über die mög­li­che Stra­te­gi­en dis­ku­tiert, um über das The­ma den afri­ka­ni­schen Com­mu­nities auf­zu­klä­ren.